Projekte
Die Projekthistorie zeigt die Entwicklung und dokumentiert, wie Berliner KMU über fast ein Jahrzehnt hinweg bei ihrer digitalen Transformation wissenschaftlich begleitet und unterstützt wurden.
Digital Value
Digital Value war ein Forschungs- und Transferprojekt der HTW Berlin, das von 2016 bis 2021 durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen konkreten Nutzen Digitalisierungsmaßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Berlin haben.
Über 75 Unternehmen nahmen an Workshops („Digital Readiness Checks“) teil, in denen der digitale Reifegrad bestimmt und eine individuelle digitale Agenda entwickelt wurde. Die gewonnenen Daten lieferten wichtige Einblicke in Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und das sogenannte „Produktivitätsparadoxon“ – also die Diskrepanz zwischen hohem Potenzial digitaler Technologien und den tatsächlich erreichten Produktivitätssteigerungen. Digital Value legte damit die wissenschaftliche und praktische Grundlage für das Folgeprojekt DIGITAL+ und die Entwicklung des Digitalisierungsnavigators.

Projektergebnisse
Digitalisierungsagenda
Standortbestimmung & Reifegradanalyse
Mit über 75 Berliner KMU wurden Geschäftsmodelle detailliert analysiert, der digitale Reifegrad ermittelt und daraus individuelle Digitalisierungsagenden entwickelt. Der Schwerpunkt lag auf der qualitativen Begleitung einzelner Unternehmen und der Entwicklung erster Pilotlösungen, um digitale Potenziale sichtbar zu machen und direkt zu erproben.
Pilotlösungen
Entwicklung & Umsetzung praxisnaher Prototypen
Auf Basis der ermittelten Bedarfe entstanden 33 Pilotprojekte und Prototypen – von Social-Media-Kampagnen und Employer Branding bis hin zu Apps und IT-Systemlösungen. Durch den Ansatz der „Participatory Action Research“ konnten Innovationshemmnisse direkt identifiziert und überwunden werden.
Wissenstransfer
Verbreitung & nachhaltige Wirkung
Die Ergebnisse wurden in zahlreichen Veranstaltungen, Publikationen und Kooperationen mit Partnern wie IHK, HWK und Berlin Partner verbreitet. Damit wurden nicht nur einzelne Unternehmen unterstützt, sondern auch Strukturen geschaffen, die den digitalen Wandel von KMU langfristig fördern.

DIGITAL+
Das Forschungsprojekt DIGITAL+ begann im Januar 2020 und
knüpfte unmittelbar an die Vorgehensweise des Projektes Digital Value
an. Das im Rahmen des Masterplans Industriestadt Berlin geförderte Projekt untersuchte den digitalen Reifegrad von 100 Berliner KMU. In zweistündigen Gesprächen mit Professor:innen der HTW Berlin wurden Geschäftsmodelle mithilfe des Business-Model-Canvas analysiert und auf Digitalisierungspotenziale geprüft. Die Unternehmen ordneten sich anschließend über das HTW-Reifegradmodell selbst ein, sodass ein individueller digitaler Reifegrad ermittelt werden konnte. Auf dieser Basis entstand eine digitale Agenda mit den priorisierten Digitalisierungsthemen der jeweiligen Unternehmen. Über Partner wie Berlin Partner, IHK und Handwerkskammer sowie über Förderprogramme wie die Digitalprämie wurden konkrete Digitalisierungsprojekte angestoßen. Eine enge Zusammenarbeit bestand zudem mit der neu gegründeten Digitalagentur Berlin, deren Portfolio bereits in der Aufbauphase durch DIGITAL+ ergänzt wurde.
Projektergebnisse
Reifegradanalyse
Digitalen Status quo erfassen
Mit 100 Berliner KMU wurde der digitale Reifegrad in einem standardisierten Verfahren erhoben. Dazu fanden zweistündige Workshops nach einem klaren Schema statt. Das Ziel war die empirische Datenerhebung im größeren Maßstab, um einen Überblick über den Digitalisierungsstand der Berliner Wirtschaft zu gewinnen.
Praxisorientierte Schwerpunkte
Handlungsfelder klar identifizieren
Die Workshops zeigten deutlich, dass Berliner KMU in erster Linie an einer Verbesserung ihrer grundlegenden digitalen Strukturen arbeiten. Besonders im Fokus standen die Einführung oder Optimierung von IT-Systemen, die Digitalisierung interner Abläufe sowie die Stärkung der Kundenkommunikation.
Umsetzung & Netzwerk
Transformation anstoßen und verankern
Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie Berlin Partner, der IHK, der HWK und der neu gegründeten Digitalagentur Berlin konnten viele Unternehmen konkrete Projekte starten. Förderprogramme – wie zum Beispiel die Digitalprämie – erleichterten zusätzlich die Umsetzung.
DIGITAL + II
Das Projekt DIGITAL+ II lief von April 2022 bis März 2025 und baute auf dem Vorgängerprojekt (2020–2022) auf. Ziel war es, den bisherigen deskriptiven Forschungsansatz um normative Inhalte zu erweitern und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die Digitalisierung von Unternehmen abzuleiten. Im Fokus stand der sogenannte „Dimensionssprung“ im Reifegradmodell sowie die Analyse von Hemmnissen und Herausforderungen in diesem Prozess. Die vorhandenen Daten wurden durch neue Unternehmensgespräche ergänzt, um eine fundierte qualitative Analyse zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk galt dem Produktivitätsparadoxon, also der Diskrepanz zwischen hohem Potenzial digitaler Innovationen und deren oft begrenztem Produktivitätseffekt. Dazu wurden Innovationsbarrieren datengestützt untersucht und Forschungsfragen zu den Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation in Berliner Unternehmen beantwortet.

Schwerpunkte und Ergebnisse
Maßnahmenpaket – Retrospektive Erhebung
Um herauszufinden, welche Themen aus dem ersten Projektzeitraum von den Unternehmen aufgegriffen und umgesetzt wurden, führten wir eine umfassende Online-Befragung durch. Die Ergebnisse zeigten, welche Prioritäten in der Praxis gesetzt wurden, wo Erfolge sichtbar waren und welche Hürden blieben. So entstand eine wertvolle Datengrundlage für weitere Forschung und praxisnahe Empfehlungen.
1. Erfolge
Viele Unternehmen haben ihre Digitalisierungsagenden in zentralen Bereichen umgesetzt – vor allem bei IT-Systemen, internen Prozessen und in der Kundenkommunikation.
2. Hürden
Trotz Fortschritten blieben Herausforderungen bestehen, insbesondere durch fehlende Ressourcen, begrenzte Zeit und mangelndes Fachwissen.
3. Nutzen der Ergebnisse
Die erhobenen Daten und Erfahrungen liefern eine fundierte Grundlage für Handlungsempfehlungen und fließen direkt in die Weiterentwicklung des Digitalisierungsnavigators ein.
Maßnahmenpaket – Fallstudien
In vertiefenden Interviews mit ausgewählten Unternehmen wurden Hemmnisse, Erfolgsfaktoren und konkrete Erfahrungen bei der digitalen Transformation gesammelt. Diese qualitativen Einblicke ergänzten die Befragungsdaten und machten sichtbar, welche Maßnahmen tatsächlich funktionieren – und welche Stolpersteine vermieden werden sollten.
Die Auswertung der Fallstudien im Rahmen von DIGITAL PLUS || hat gezeigt, dass vor allem folgende Maßnahmen erfolgreich waren
1. Klare Fokussierung
Digitalisierungsprojekte funktionierten besonders gut, wenn sie auf konkrete, eng umrissene Anwendungsfälle zugeschnitten waren (z. B. Einführung einer spezifischen Software für Prozesse oder Kundenmanagement).
2. Schrittweise Umsetzung
Erfolgreiche Unternehmen setzten auf kleine, überschaubare Projekte mit schnellen Ergebnissen („Quick Wins“), anstatt alles gleichzeitig verändern zu wollen.
3. Einbindung der Mitarbeitenden
Projekte verliefen nachhaltig erfolgreicher, wenn Mitarbeiter:innen von Anfang an aktiv eingebunden wurden – sowohl in die Auswahl der Tools als auch in Schulungen und den späteren Einsatz.
Die 3 häufigsten Stolpersteine aus den Interviews im Rahmen von DIGITAL PLUS ||
1. Ressourcenknappheit
Viele Unternehmen scheiterten daran, genügend Zeit, Budget oder Fachpersonal für die Umsetzung der Digitalisierungsprojekte bereitzustellen.
2. Fehlende Strategie
Ohne klare Prioritäten und ein abgestimmtes Zielbild verliefen Projekte oft ins Leere oder verloren an Wirkung.
3. Technische und organisatorische Hürden
Probleme bei der Integration neuer Systeme in bestehende Strukturen sowie Widerstände im Team führten häufig zu Verzögerungen oder Abbrüchen.
Maßnahmenpaket – Ergebnisverbreitung
Damit die gewonnenen Erkenntnisse nicht im Projekt verbleiben, setzten wir auf eine aktive Ergebnisverbreitung. Über Publikationen, Fachveranstaltungen und Kooperationen mit Multiplikatoren wie Berlin Partner, IHK, HWK und der Digitalagentur Berlin wurden die Inhalte an eine breite Zielgruppe getragen. So konnten die Ergebnisse praxisnah angewendet und nachhaltig verankert werden.
Impressionen




DIGITAL + III
Das Folgeprojekt führt die bisherigen Ergebnisse konsequent weiter und erweitert den Fokus auf drei zentrale Maßnahmenpakete. Erstens wird mit dem Digital ROI eine praxisnahe Methode entwickelt, mit der kleine und mittlere Unternehmen die Wirtschaftlichkeit ihrer Digitalisierungsprojekte besser einschätzen können – auch anhand von Anwendungsbeispielen zur generativen KI. Zweitens wird der Digitalisierungsnavigator als Web-App ausgebaut, um Unternehmen personalisierte Empfehlungen, Best-Practice-Beispiele und eine Fortschrittsmessung zu bieten. Drittens schafft eine neue Konferenzreihe zur Digitalisierung von KMU eine Plattform für Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und macht erfolgreiche Praxisansätze sichtbar. Unterstützt wird das Projekt durch die Infrastruktur und Expertise der HTW Berlin sowie durch enge Kooperation mit Partnern wie Digitalagentur Berlin, Berlin Partner, IHK und HWK. So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, um Berliner KMU gezielt bei ihrer digitalen Transformation zu begleiten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Maßnahmenpakete DIGITAL+ |||
Digital ROI
ROI durch KI – greifbar und kalkulierbar
Viele KMU fragen sich, ob sich ihre Investitionen in digitale Technologien wirklich lohnen. Mit dem Digital ROI entwickeln wir eine Methode, die den wirtschaftlichen Nutzen von Digitalisierungsprojekten nachvollziehbar und praxisnah berechnet. Anhand konkreter Anwendungsfälle – zum Beispiel beim Einsatz von generativer KI – wird gezeigt, wie Kosten, Einsparungen und Produktivitätsgewinne bewertet werden können. So erhalten Unternehmen eine verlässliche Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen.
Digitalisierungsnavigator
Digitalen Status quo erfassen
Der im Vorgängerprojekt entwickelte Navigator wird technisch und inhaltlich ausgebaut. Unternehmen können ihre Fortschritte künftig digital erfassen, personalisierte Empfehlungen erhalten und von Best-Practice-Beispielen profitieren. Gleichzeitig werden die Daten anonymisiert aufbereitet, sodass auch Politik und Verwaltung wertvolle Einblicke in den Stand der Digitalisierung von KMU gewinnen. Damit wird der Navigator zu einem echten Begleiter für die digitale Transformation.
Konferenz
Digitalisierung von KMU
Um Wissenstransfer und Vernetzung zu fördern, wird eine Konferenzreihe ins Leben gerufen. Hier kommen Unternehmen, Wissenschaft, Politik und weitere Partner zusammen, um Best Practices vorzustellen, Fördermöglichkeiten zu diskutieren und aktuelle Forschungsergebnisse auszutauschen. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, die den Dialog stärkt und den digitalen Wandel in Berlin nachhaltig voranbringt.


